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Entwicklung eines angemessenen Lebensstandards für alle Kinder

Kein Kind soll in Armut aufwachsen


Junge Frau bei Zwiebelnschneiden auf dem hölzernen Küchenbrett Angemessener Lebensstadard
Das ist die wichtigste Botschaft des NAP- Kapitels „Entwicklung eines angemessenen Lebensstandards für alle Kinder“. Was alles mit Armut und einem angemessenen Lebensstandard gemeint ist, wird hier erklärt.

Arme Kinder in Deutschland leiden meistens nicht unter der extremen Form von Armut. Extreme Armut bedeutet, dass man so wenig Geld und Dinge besitzt, dass es für das Überleben nicht ausreicht.
Trotzdem ist in Deutschland jedes achte Kind von Armut betroffen. (Quelle: Lebenslagen in Deutschland, 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung) Diese Art von Armut nennt sich relative Armut. Sie bedeutet, dass die Kinder und ihre Familien über weniger Geld verfügen als das, was in dem Land, in dem sie leben, als Minimum angesehen wird.
Diese relative Armut schließt die Kinder oft von vielen Bereichen des normalen Lebens in Deutschland aus. Wenn Eltern ihren Kindern zum Beispiel keine Schulmaterialen kaufen können oder der Beitrag für den Sportverein zu teuer ist, kann das sehr negative Folgen für Kinder haben.
Aber auch ein schlechtes Ernährungs- und Gesundheitsverhalten, schlechte Wohnqualität, fehlende Unterstützung für eine erfolgreiche Schulbildung, kein geregelter Tagesablauf können Folgen der Kinderarmut in Deutschland sein. Kindern und Jugendliche können zum Beispiel keine Freizeitangebote wahrnehmen, in den Sportverein gehen, Unternehmungen mit der Familie oder Freunden machen.

Die Bundesrepublik will Kinderarmut bekämpfen und vermeiden. Sie sagt, dass alle Bereiche der Politik, also die Sozial-, Bildungs-, Gesundheits-, Arbeits- und Wirtschaftspolitik dazu beitragen müssen.

Kinder sind in Deutschland vor allem dann arm, wenn ihre Eltern von Armut betroffen sind. Eltern bzw. Erwachsene werden arm, weil sie keine Arbeit haben und dadurch kein Geld verdienen können. Dass Eltern nicht arbeiten können, liegt nicht nur daran, dass es zu wenige Arbeitsplätze gibt. Zum Beispiel fehlen auch Plätze in Kindertagesstätten, so dass die Eltern ihre Kinder während der Arbeitszeit nicht in Betreuung geben können. Deshalb können viele Eltern die Chance auf einen Arbeitsplatz gar nicht nutzen.
Aber auch Erwachsene, die Arbeit haben, sind von Armut betroffen. Sie verdienen zum Beispiel so wenig, dass es für die Familie nicht ausreicht. Das könnte passieren, wenn die Eltern keine Berufsausbildung haben, und dadurch auch Arbeitsstellen annehmen müssen, die sehr schlecht bezahlt sind.

Die Bundesregierung will Familien, die von Armut betroffen sind, besonders unterstützen. Die Arbeitswelt soll für Familien bzw. für die Eltern von Kindern passender gestaltet werden. Es soll mehr Kinderbetreuung geben, so dass die Eltern arbeiten gehen können. Außerdem sollen die Gemeinden familienfreundlicher werden. Das heißt, dass zum Beispiel der Eintritt für Schwimmbäder für Familien billiger wird und dass jeder und jede es sich leisten kann, in einen Sportverein zu gehen und vieles mehr.

Wohnviertel, in denen die Anzahl an armen Familien sehr hoch ist, sollen besonders unterstützt werden. Die Wohnverhältnisse sollen verbessert werden, so dass jeder und jede dort gerne wohnt.
So soll es vermieden werden, dass Kinder in Deutschland in schlechten Wohnverhältnissen, ohne ausreichende Betreuung, ohne Sport oder gesunde Ernährung, also in Armut aufwachsen müssen.

Themenveranstaltung

Zum Themenbereich "Entwicklung eines angemessenen Lebensstandards" fand die Themenveranstaltung „Jedes Kind ist wichtig – Armutsprävention auf kommunaler Ebene“ am 20. April 2010 in Kassel statt.
Die Dokumentation der Veranstaltung findet sich sowohl auf den Seiten der Initiative Für ein kindergerechtes Deutschland als auch auf den Seiten des Deutschen Jugendinstituts (DJI).
Hier findet sich zudem das Fazit der Jugendbeteiligung an den Themenveranstaltungen.