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Internationale Verpflichtungen

Die Bundesrepublik hat sich im NAP verpflichtet, sich nicht nur im eigenen Land, sondern auch weltweit für Kinder und Jugendliche zu engagieren


Eine Gruppe von 5 Jugendlichen vor einer U-Bahn Internationale Verpflichtungen
In vielen Ländern leben gerade Kinder und Jugendliche unter sehr schlechten Bedingungen. Ungefähr ein Drittel aller Kinder auf der Welt lebt in absoluter Armut. Absolute Armut bedeutet, dass man so wenig Geld und eigenen Besitz hat, dass es kaum oder gar nicht zum Überleben ausreicht.
Millionen von Kindern sterben jedes Jahr, leben auf der Straße oder arbeiten unter den schlimmsten Formen von Ausbeutung. Viele Kinder leiden unter Krieg, Flucht, Vertreibung, Menschenhandel und sexueller Gewalt. In vielen Regionen werden die Kinderrechte missachtet.
Die Bundesregierung sieht die Jahrtausend- Entwicklungsziele (oder auf englisch: Millennium Development Goals) als wichtigste Maßgabe an, um Armut auf der ganzen Welt zu bekämpfen. Diese Jahrtausend- Entwicklungsziele wurden von 189 Staaten im Jahr 2000 unterschrieben (daher Millennium = Jahrtausend)- Entwicklungsziele und jeder Staat ist verpflichtet, sie bis 2015 so gut es geht, umzusetzen.

Die wichtigsten Themen werden hier beschrieben:

  1. Jedes Kind soll zur Schule gehen können und die notwendige Schulbildung erhalten. Vor allem Mädchen (s.a. „Chancengerechtigkeit durch Bildung“) aber auch anderweitig ausgegrenzte Kinder sollen besonders beachtet werden, da sie in vielen Ländern wenig Chancen auf eine gute Bildung haben.
     
  2. Die Bundesregierung trägt aktiv zur Bekämpfung insbesondere schlimmsten Formen der Kinderarbeit bei. In vielen Ländern müssen Kinder arbeiten, um das Überleben der Familien zu sichern. Sie ersetzen am Arbeitsplatz Erwachsene, z.B. ihre Eltern, die dadurch arbeitslos werden. So verschlimmert sich ihre Armut noch. Kinder werden als Arbeitskräfte genommen, weil man ihnen weniger bezahlen muss. Dabei müssen gerade Kinder unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen leiden. Eine Idee ist es, Teppiche zu kennzeichnen, die ohne Kinderarbeit hergestellt werden.

    Außerdem sollen arme Familien finanziell unterstützt werden, damit Kinder überhaupt nicht mehr arbeiten müssen. Unternehmen sollen bestimmte Mindeststandards ein- halten, so dass die Menschen, die für das Unternehmen arbeiten, und ihre Familien davon leben können.
     
  3. Eine der schlimmsten Situationen für Kinder ist es, wenn sie in Krieg und Konflikten aufwachsen. Sehr viele Kinder werden durch kriegerische Auseinandersetzungen verletzt und getötet. Viele Kinder sind durch Kriege auf der Flucht und haben kein festes Zuhause, keine Heimat mehr.

    Zu den schlimmsten Verletzungen von Kinderrechten gehört der Einsatz von Kindersoldaten. Genauso schlimm ist der sexuelle Missbrauch von Mädchen in Kriegsregionen. Die Bundesrepublik setzt sich für die Verbesserung des Schutzes von Kindern in Kriegsregionen ein. Besonders will sie den Einsatz von Kindern als Soldaten bekämpfen.
     
  4. Viele Kinder in Entwicklungsländern leiden unter schlimmen Krankheiten. Vor allem von HIV/ AIDS sind sehr viele Kinder betroffen. Einerseits, weil sie die Krankheit selbst haben und andererseits, weil sie ihre Eltern verlieren, die an AIDS sterben. Es ist wichtig, sich intensiv bei der Bekämpfung von HIV/ AIDS und bei der Verbesserung der Behandlungs- möglichkeiten von AIDS-kranken Kindern zu engagieren.
     
  5. Kinder, die sich auf der Flucht befinden, brauchen besondere Beachtung und Hilfe. Auf der Welt befinden sich ca. 20 Millionen Kinder auf der Flucht vor Kriegen und Menschenrechtsverletzungen.

    Viele Kinder werden auf der Flucht von ihren Familien getrennt. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie Opfer von Gewalt und Ausbeutung werden. Die Bundesrepublik sagt, sie will allen Flüchtlingskindern, die nach Deutschland kommen, Schutz in Deutschland bieten. Außerdem brauchen sie Hilfe, um ihre Rechte und Bedürfnisse umzusetzen. Alle Flüchtlingskinder und andere ausländische Kinder mit einem Aufenthaltsrecht in Deutschland sollen Anspruch auf die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie deutsche Kinder haben. Allerdings erkennt die Bundesrepublik Deutschland den Artikel 22 der Kinderrechtskonvention über den Schutz von Flüchtlingskindern nicht an und schiebt auch unbegleitete Flüchtlingskinder als eines von wenigen Ländern wieder ab.
     
  6. In vielen Entwicklungsländern haben die Mädchen nicht die gleichen Chancen wie die Jungen. Zum Beispiel werden in der Schule oder in der Gesundheitsversorgung Mädchen benachteiligt. Viele Mädchen werden erst gar nicht in die Schule geschickt, sondern müssen arbeiten gehen. In manchen Ländern werden Mädchen nicht nur benachteiligt, sondern auch diskriminiert und ausgegrenzt. In manchen Ländern bedeutet das zum Beispiel, dass Jungen als wertvollere Kinder angesehen werden als Mädchen.

    Alle Mädchen in allen Ländern sollen die gleichen Chancen haben wie die Jungen. Deshalb werden Maßnahmen unterstützt, damit Mädchen in die Schule gehen, einen Beruf erlernen und dadurch eigenständig und unabhängig leben können.

Themenveranstaltung

Zum Themenbereich "Internationale Verpflichtungen" fand die Themenveranstaltung „Weltweiter Klimawandel und die Folgen für Kinder und ihre Rechte – Gemeinsam handeln für Klimagerechtigkeit“ am 10. Juni 2010 in Bonn statt.
Die Dokumentation der Veranstaltung findet sich sowohl auf den Seiten der Initiative Für ein kindergerechtes Deutschland als auch auf den Seiten des Deutschen Jugendinstituts (DJI).
Hier findet sich zudem das Fazit der Jugendbeteiligung an den Themenveranstaltungen.