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Chancengerechtigkeit durch Bildung

Das Thema Bildung spielt im NAP eine wichtige Rolle. Die Bundesrepublik will allen Kindern und Jugendlichen in der Schule und in der Freizeit sehr gute Möglichkeiten zum Lernen bieten.


Zwei Mädchen und ein Junge im Teenageralter sitzen am Tisch und schreiben auf ein Plakat Recht auf Bildung
Eine gute Bildung ist wichtig fürs ganze Leben. Bildung bedeutet nicht nur zur Schule zu gehen und einen Schulabschluss zu machen, sondern auch zu lernen, selbständig im eigenen Leben und in der Gesellschaft zurecht zu kommen. Um das zu erreichen, braucht man ein sehr umfassendes Wissen. Zum Beispiel sollte man über Gesundheit und Krankheit Bescheid wissen oder darüber, wie man sich im Umgang mit anderen Menschen verhält. Durch Bildung bekommt man ein Grundwissen über das, was richtig und falsch ist und vieles mehr. Wissen ist wichtig für die Demokratie, denn Demokratie bedeutet, dass jede und jeder mitentscheiden soll. Das ist aber nur dann möglich, wenn die Menschen über die Themen, die in der Politik besprochen werden, Bescheid wissen.
Bildung ist außerdem die wichtigste Grundlage, um später einen Beruf zu erlernen, zu arbeiten und Geld verdienen zu können.
Diese Beispiele zeigen, dass Bildung eine Grundlage darstellt, um nicht nur finanziell, sondern mit allen Herausforderungen des Lebens klarzukommen und um im Leben passende und sinnvolle Entscheidungen zu fällen und Lösungen für Probleme finden zu können.
In Deutschland passiert es oft, dass bestimmte Gruppen von Kindern und Jugendlichen in der Schule benachteiligt werden. Kinder und Jugendliche, die zum Beispiel beim Lernen keine Hilfe von ihren Eltern bekommen oder nicht so gut lernen können, weil sie die deutsche Sprache nicht perfekt können, haben oft große Schwierigkeiten in der Schule. Das soll geändert werden. Alle Kinder und Jugendlichen, egal woher, egal ob Junge oder Mädchen, egal ob arm oder reich, sollen genau die Unterstützung beim Lernen bekommen, die sie brauchen.

Das soll durch unterschiedliche Ideen umgesetzt werden:


Außerschulische Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebote


Nicht nur in der Schule bilden Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten und Kompetenzen aus. Auch in der Freizeit, im Sport, bei kulturellen und politischen Angeboten lernt man und bildet sich. Diesen Bereich außerhalb der Schule nennt man außerschulische Bildung.
Deshalb sollten Angebote der Jugendhilfe besser mit Schulen kooperieren. Dies sind offene Angebote wie zum Beispiel Jugendtreffs und Schüler/-innenclubs, aber auch verbandliche Angebote wie Gruppenstunden, Wochenendseminare, Ferienfreizeiten oder Sporttraining. Diese Angebote sind bei vielen Kindern und Jugendlichen anerkannt und beliebt. Und das Besondere ist, dass hier das Lernen ganz anders funktioniert. Man lernt, indem man sich selbst ausprobieren und erleben kann, dass Lernen freiwillig, ohne Stress und Leistungsdruck passieren kann.
Auch internationale Jugendaustausche sind als Bildungsmaßnahmen beliebt und fördern unter anderem die Völkerverständigung und die persönlichen Kompetenzen.
Die so erworbenen sozialen und kulturellen Kompetenzen sind wichtig für die eigene Persönlichkeitsentwicklung und darüber hinaus auch für das schulische Lernen förderlich.

Berufsausbildung

Auch die Berufsausbildung gehört zu dem großen Thema Bildung. Im Bereich der Ausbildung gibt es in Deutschland viele Dinge, die verbessert oder sogar neu eingeführt werden können. Die Bundesregierung hat sich verpflichtet, allen ausbildungswilligen und –fähigen Jugendlichen ein umfassendes Angebot an Ausbildungsplätzen zur Verfügung zu stellen. Zur Zeit gibt es viele Jugendliche, die trotz einer intensiven Suche nach einem Ausbildungsplatz nichts finden oder in der Warteschleife landen. Oder sie finden nur solche Ausbildungsplätze, die überhaupt nicht zu ihren Fähigkeiten und Talenten passen. Dies führt dann zu häufigen Abbrüchen während der Ausbildung oder zu starker Unzufriedenheit im Berufsleben.
Diese ganze Situation von Mangel an passenden Ausbildungsplätzen stellt für die Zukunft der Jugendlichen eine starke Belastung und Unsicherheit dar.
Um daran etwas zu verändern, sollten alle Schülerinnen und Schüler eine gute Berufsorientierung und -beratung bekommen. Denn abgesehen von dem Mangel an Ausbildungsplätzen, gibt es auch das Problem, dass viele Jugendliche nach der Schule nicht wissen, was für einen Beruf sie erlernen wollen. Daraus entsteht eine Orientierungslosigkeit und Unzufriedenheit bei Jugendlichen.
Besonders Jugendliche mit Lernschwächen oder Sprachproblemen sollen bei der Berufswahl und bei der Ausbildung individuell gefördert und begleitet werden.

Ziel dieser Überlegungen und Bemühungen ist die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland. Es gibt zu viele Jugendliche in Deutschland, die keine Arbeit finden. Und dies hängt direkt mit dem Mangel an Ausbildungsplätzen zusammen. Wer keine Berufsausbildung hat, bekommt später auch keinen Arbeitsplatz.
Durch eine bessere Zusammenarbeit von Schule, Wirtschaft, Agentur für Arbeit, Jugendsozialarbeit und vielen anderen Einrichtungen soll dies erreicht werden.
Grundsätzlich sollen Mädchen ermutigt werden, Berufe zu erlernen, die bis jetzt hauptsächlich von Männern ausgeführt werden. Dies betrifft zum Beispiel die zukunftsträchtigen IT-Berufe. Aber auch Jungen sollen abseits der bekannten Pfade suchen.

Themenveranstaltung

Zum Thema "Chancengerechtigkeit durch Bildung" fand am 25. März in Halle eine Themenveranstaltung statt.
Die Dokumentation der Veranstaltung findet sich sowohl auf den Seiten der Initiative Für ein kindergerechtes Deutschland als auch auf den Seiten des Deutschen Jugendinstituts (DJI).
Hier findet sich zudem das Fazit der Jugendbeteiligung an den Themenveranstaltungen.