Hintergrundbild

Wir fordern!


Alle reden davon, dass Deutschland kinderfreundlich werden muss. Dabei ist unsere Gesellschaft an manchen Stellen nicht nur unfreundlich zu Kindern und Jugendlichen, sie ist oft auch ungerecht zu ihnen. Ihr werdet es selbst am besten wissen.
Wie es eigentlich sein müsste, steht in der UN-Kinderrechtskonvention, die bei uns am 5. April 1992 in Kraft getreten ist. Auf dem Kindergipfel der Vereinten Nationen (UN) haben alle Länder versprochen, dass sie sich verbessern und viele Dinge verändern wollen. Wie kindergerecht ist Deutschland? Im Folgenden findet Ihr die Forderungen, die von den Kindern und Jugendlichen aufgestellt wurden, die sich im Rahmen des NAP Kinder- und Jugendbeteiligungsprojektes mit dem Thema Kinderrechte beschäftigt haben.
Diese Forderungen sind keine Position des Deutschen Bundesjugendrings. Sie sind auch keine repräsentative Umfrage. Es ist vielmehr eine Auswahl von Forderungen aus den über 100 Projekten und vermittelt einen Eindruck davon, was Kinder und Jugendliche beschäftigt, was sie verändern möchten, was sie sich wünschen und fordern.

 

Download:



Datei: 745.33 KB download
 
Zum Ende des Projekts ist die Broschüre "Wir fordern! Macht Deutschland kindergerecht!" entstanden. Diese enthält eine Auswahl der Forderungen aus den 111 Projekten und kann hier heruntergeladen werden.

 

Download:


Datei: 1.92 MB download
  Den Kindern und Jugendlichen sind die Kinderrechte wichtig, weil diese ihrer Meinung nach viel bewirken können. Dabei ist ihnen bewusst, dass die UN-Kinderrechtskonvention häufig nicht genügend umgesetzt wird. Sie fordern den Schutz der Umwelt international ebenso wie vor Ort. In der Schule wollen sie Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe sowie mehr Zeit für Teamwork und soziales Miteinander. Ihnen ist eine individuelle Lernförderung und ein gutes Arbeitsklima ebenso wichtig wie Zeit für Pausen und Freizeit. Kinder und Jugendlichen wollen lernen – aber sie wollen individuell lernen und gefördert werden.
Mehr Zeit fordern die Kinder und Jugendlichen auch für die Familie, dazu ist ihrer Meinung nach eine bessere Arbeitszeitregelung notwendig. Die Handlungsempfehlungen erstrecken sich über eine weite Palette. Von der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund bis zu besseren Bedingungen für ehrenamtliche Tätigkeiten. Vorurteilen und Gewalt unter Jugendlichen sollte durch mehr Prävention und Anlaufstellen entgegengewirkt werden. Gerade beim Thema Gewalt fühlen sich die jungen Menschen oft von den Erwachsenen allein gelassen.
Deutlich wird dabei das politische Interesse vieler Kinder und Jugendlicher. So wird die Senkung des Wahlalters ebenso gefordert wie mehr konkrete Aufmerksamkeit für Jugendliche von Seiten der Politiker/innen und mehr Chancengleichheit in den Schulen. Der offene Zugang zu Computern und Internet gilt als unabdingbar. Die jungen Menschen wollen mitentscheiden und fordern ein Wahlrecht für alle sowie Freiräume und selbstbestimmte Freizeitmöglichkeiten. Sie wünschen sich eine Sicherung der Grundbedürfnisse für alle Menschen und dass man sich gutes und gesundes Essen leisten kann. Auch mehr Grünflächen statt Straßen und kostenlose öffentliche Verkehrsmittel werden wiederholt als notwendige Veränderung benannt.
Besonders häufig beklagen die Projektteilnehmer/innen, dass die verantwortlichen Erwachsenen nur reden statt zu handeln. Davon ließen sie sich jedoch nicht entmutigen sondern planten, ihren Forderungen weiterhin Gehör zu verschaffen. Das NAP-Projekt beim Deutschen Bundesjugendring endet Mitte 2010, die Kinder und Jugendlichen werden sich weiterhin für ihre Interessen einsetzen – als Expert/innen für ihre Lebensbereiche.